Fulda Kultur - Der Podcast

Fulda Kultur - Der Podcast

Die Stimmen der Kulturszene – Künstler, Projekte und Einblicke aus Fulda und darüber hinaus.

Transkript

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00:00:01:

00:00:08: Hallo und herzlich willkommen.

00:00:09: Das ist Fulda Kultur, der Podcast.

00:00:11: Mein Name ist Schelgi Schwarzen.

00:00:12: Dieser Podcast wird präsentiert vom Kulturzentrum KCV mit freundlichen Unterstützung der Stadt Fuldaa.

00:00:17: Ein Mensch, der sehr lange schon in Fuldaaa einiges erreicht hat, sitzt heute bei mir.

00:00:22: Ich kenne ihn schon ganz lang, vielleicht länger als er wahrscheinlich wusste.

00:00:25: Heute sitzt er bei mir Prof.

00:00:26: Dr.

00:00:27: Karin Cakza, Präsident der Hochschule Fuldaaaa.

00:00:30: Ich

00:00:32: habe gerade gesagt, wir kennen uns schon lange.

00:00:33: werden gleich darauf eingehen, weil ich das erste Mal kennengelernt hab.

00:00:37: Aber sagen Sie erstmal ganz persönlich wer sind sie wenn wir erst mal alle Ämter und alle Titel weglassen?

00:00:41: Wer ist denn man persönlich?

00:00:43: Ja... Karim Chaktser ist mein Name geboren in Stuttgart als Sohn eines Iraners und einer Deutschen aus Stuttgard.

00:00:52: Wir sind mit der Familie Achtundsechze nach Tehran gezogen wo ich meine Schulzeit eigentlich verbracht habe an der deutschen Schule in TehrAN.

00:01:00: Während der Revolution sind wir wieder zurückgekommen nach Stuttgart.

00:01:03: Ich habe dann mein Abitur auch in Stuttgard gemacht, Elektrotechnik dort studiert, promoviert und war fünf Jahre für ein großes Telekommunikationsunternehmen unterwegs, bevor ich dann nach Fulda kam an die Hochschule Fuldaa auf eine Professur für Elektrothechnik- und Nachrichtentechnik.

00:01:22: Das ist

00:01:22: auch der Grund warum Sie nach Fuulda gekommen sind?

00:01:24: Ganz genau!

00:01:24: Was war Ihr erster Eindruck von Fuldaaa?

00:01:26: erst mal von der Stadt oder aber auch von der Hochschulle?

00:01:29: Also Fulda ist ja eine wirklich schöne und lebenswerte Stadt, das hat mir von Anfang an sehr gut gefallen.

00:01:35: Ich habe Fuldaa nicht gut gekannt, muss ich ehrlicherweise gestehen.

00:01:39: So der Wechsel von einer freien Wirtschaft, von einem großen Unternehmen an eine damalige Fachhochschule war schon ein kleiner Kulturschock und ich musste mich erstmal dran gewöhnen – es ist auch ne ganz andere Tätigkeit die Lehre.

00:01:56: Aber ich habe mich dann doch sehr schnell hier zurechtgefunden und sehr wohl gefühlt.

00:02:02: In der Zeit gab es ein paar auch Veränderungen, in dem Jahr zwei Tausend Acht stand die Wahl an zum neuen Präsidenten.

00:02:08: Wie kam der Moment?

00:02:09: oder warum haben Sie gesagt?

00:02:10: Ich

00:02:11: will jetzt nicht mehr nur unterrichten sondern noch ein bisschen mehr mitgestalten.

00:02:14: wie kann der Wunsch da sich sogar wählen zu lassen?

00:02:18: Also ich hab eigentlich immer gerne Dinge neu gestaltet und das Professionamt bietet dazu ja sehr viele gute Möglichkeiten, es ist eigentlich ein wunderbarer Job.

00:02:29: Man macht nicht nur die Lehre für die man auch selbstverständlich verantwortlich ist sondern soll ja nebenher auch Wissenstransfer betreiben angewandte Forschung betreiben und das habe ich sehr schnell gemacht neue Studiengänge eingeführt dann mit einem Absolventen auch in Unternehmen gegründet große Forschungsprojekte akquiriert Und dadurch kamen immer wieder neue Themen auf.

00:02:52: Und irgendwann war eben die Frage, ob man auch in die Selbstverwaltung der Hochschule gehen möchte und im Jahr zwei Tausend drei bin ich dann gefragt worden, ob ich Dekan im Fachbereich angewandte Informatik werde?

00:03:07: Das habe ich sehr gerne gemacht und ein Jahr später hat mich der damalige Präsident Roland Schopf gefragt, ob als Vizepräsident ins Präsidium komme für Forschung und Entwicklung.

00:03:19: Und in diesen Ämtern kann man natürlich auch noch mal sehr viel mitgestalten.

00:03:23: Ein logischer Wechsel wäre dann die Wahl zum Präsidenten, die war allerdings gar nicht so einfach.

00:03:30: Ich saß damals im Wahlausschuss – nicht nur im Wahleusschuss!

00:03:33: Sie haben es mir eben selber gesagt ich war sogar am Wahlvorstand, das soll mir gar nicht mehr bewusst.

00:03:36: Das waren im Wahl, die über mehrere Wahlgänge ging, gar nichtso einfach.

00:03:39: wie haben sie sich damals gefühlt?

00:03:41: Also es war in der Tat eine schwierige für mich vielleicht sogar die schwierigste Zeit.

00:03:46: hier an der Hochschule hatten damals innerhalb der Hochschule zwei in dem Wahlgremium zwei große Gruppen, die sich doch gegenüberstanden.

00:03:58: Die eine Gruppe vertrat eher die sozialwissenschaftlichen, gesellschaftswissenschaftlichen Fachthemen und Disziplin, die anderen Gruppe eher die Technik und die Wirtschaft.

00:04:08: Und jetzt war es wohl in diesem Wahlgregmium so dass man versucht hat, die eigene Kandidate in den eigenen Kandidaten durchzubringen oder zu vermeiden zu verhindern, dass die Person aus der anderen Richtung zum Präsidenten gewählt wird.

00:04:22: Man muss wissen das mit dem Amt natürlich auch eine Verteilung der Ressourcen verbunden ist – auch die inhaltliche Orientierung der Hochschule und deswegen hatte die Wahl eine große Bedeutung.

00:04:35: Wir haben am Schluss drei Wahltermine gebraucht, zehn Wahldurchgänge Und es fehlte mir einfach immer.

00:04:42: diese eine Stimme Von acht Zehn nötigen hatte ich ganz häufig und im letzten Baldurchgang hat es dann endlich gereicht.

00:04:51: Aber das war natürlich für mich als Betroffener alles andere als angenehm und

00:04:55: schön.".

00:04:56: Sie haben gesagt, die letzte Stimme kamen dann dazu?

00:04:59: Wie haben sie sich gefühlt?

00:04:59: Wir erinnern sich an diesen Moment, als tatsächlich ihr Name gesagt wurden.

00:05:03: Also es war natürlich eine große Erleichterung, weil ich einerseits viel Unterstützung erhalten habe aus der Hochschule heraus.

00:05:12: Das Wahlgremium ist ja nur eine kleine Gruppe von vierunddreißig Personen damals.

00:05:20: Ich hatte sehr viel Zuspruch aus der hochschule raus und man hat mir immer wieder gesagt du musst jetzt aber standhaft bleiben und muss dranbleiben und das wird schon irgendwie gut.

00:05:32: Man kann sich leicht vorstellen, dass das natürlich eine persönlich auch sehr schwierige Situation war.

00:05:40: Aber im Nachgang bin ich sehr, sehr froh, dass ich da dieses Durchhalte vermögen hatte.

00:05:45: Wir können ja mal ein bisschen noch die nähere Vergangenheit blicken denn es gab ja noch zwei weitere Wahlen wo das nicht mehr so knapp war insgesamt?

00:05:54: Ja, das war natürlich eine ganz andere Situation bei der ersten Wiederwahl.

00:05:59: Da hatte sich auch diese Situation mit den Gräben innerhalb der Hochschule völlig entspannt und verändert.

00:06:08: Und ich hatte dann auch wirklich eine große Mehrheit hinter mir, bei der ersten Wiederwahl bei der zweiten, das war wirklich verbunden mit der damaligen besonders konfliktreichen Situation zwischen den zwei Gruppierungen.

00:06:29: Ich denke mal, es hatte gar nicht unbedingt mit meiner Person an sich zu tun.

00:06:34: Sondern mit der Frage fachlich in welche Richtung soll sich diese Hochschule weiterentwickeln?

00:06:40: Ich war ja damals auch sehr aktiv in der Hochschulpolitik – ich habe das ja auch mitbekommen und tatsächlich ging's nicht um die Name dahinter, sondern es waren diese beiden ... Da waren Gräben dazwischen!

00:06:49: Und Sie haben es aber geschafft diesen Graben zu kicken, die Hochschulle wiederzuvereinen.

00:06:54: Das hat man ja in den Wiederwahlen dann auch gesehen.

00:06:56: Also das haben sie wirklich sehr toll gemacht.

00:06:58: Vielen Dank!

00:06:59: Danke für das Kompliment.

00:07:01: Was haben Sie sich vorgenommen als Festjant?

00:07:02: Jetzt sind sie Präsident der Hochschule, was hatten Sie sich da vorgenommen?

00:07:06: Also mir war natürlich wichtig dass wir diese Situation irgendwie in Zukunft nicht nochmal erleben dürfen und ich habe dann auch gleich nach meinem Amtsantritt dafür gesorgt, dass im Präsidium bei der Zusammensetzung des Präsidiums beide Gruppen vertreten sind und ich glaube es ist auch ganz gut gelungen dann zu sagen oder zu vermitteln, dass man der Präsident aller Fachdisziplin, aller Fachbereiche und alle Gruppierungen an einer Hochschule ist.

00:07:35: Und ich glaube das ist sehr gut angenommen worden.

00:07:38: Diese konfliktreiche Situation hat sich wirklich sehr schnell aufgelöst und wir haben in den Gremien der Hochschulen im Senat, im erweiterten Präsidium eigentlich immer einvernehmlich Entscheidungen treffen können und fast immer einstimmig.

00:07:54: Also es gab diese Konflikte dann Gott sei Dank in der Folgezeit nicht mehr.

00:08:00: Hätten Sie damals gedacht, dass achtzehn Jahre draus werden?

00:08:04: Mit der ersten Wahl mit Sicherheit nicht, weil ich gedacht habe ... möchte ich mir kein zweites Mal antun.

00:08:10: und ich hatte auch großen Respekt vor dem Amt, denn es ist eine sehr verantwortungsvolle Position.

00:08:16: So hundert Prozent weiß man nicht was auf einen zukommt.

00:08:19: aber das hat sich im Laufe der Zeit alles ergeben und es hat sich auch eine gewisse Routine natürlich eingespielt.

00:08:27: Man lernt in diesem Abend Gewintherfahrung und dann war ich auch nach einer gewissen Zeit durchaus bereit, ne zweite Amtszeit und einen Anschluss auch eine dritte Amtszeiten dran zu hängen.

00:08:41: Wenn man die Hochschule von damals, was war's schon in der Hochschul-Fahrt?

00:08:48: Ja, das haben wir uns umbenannt von der ehemaligen Fachhochschule Fulda in Hochschulle Fuldaa.

00:08:54: Also wenn man die Hofschule mit der HochSchule von heute vergleichen würde... Was sind die stärksten Veränderungen?

00:09:01: Also wir haben uns fast in allen Bereichen wirklich stark verändert oder weiterentwickelt.

00:09:07: Man muss dazu sagen, auch das deutsche Hochschulsystem hat sich ja enorm weiterentwickelt.

00:09:11: Wir hatten früher die klassischen Fachhochschulen sehr stark fokussiert auf die Lehre – auf einige Fächer deswegen auch der Name Fachhochschulen und es sind neue Aufgaben dazugekommen, die angewandte Forschung der Transferexistenzgründungen.

00:09:26: Und dieses Thema Forschung hat an Bedeutung enorm gewonnen, insbesondere seit etwa zwei Tausend und acht.

00:09:35: Wir haben das eigenständige Promotionsrecht erhalten, wir haben uns natürlich auch was unsere Größe angeht sehr stark weiterentwickelt.

00:09:43: damals noch etwa viertausend Studierende heute knapp zehn tausend.

00:09:48: die Zahl der Bediensteten der Hochschulangehörigen hat sich verdreifacht.

00:09:55: wir haben inzwischen etwa neunhundert Mitarbeitende an der Hoch Schule Und auch die ganzen Studienabschlüsse, die ja früher noch Diplom in Klammern FH heißen sind natürlich in den letzten zwanzig Jahren alle umgestellt worden auf die Europäischen Bachelor & Master Abschlüsse.

00:10:16: Und wenn ich das noch hinzufügen kann wer den Campus kennt sie waren ja auch auf dem Campus noch in dieser Zeit hat sich natürlich auch baulich deutlich weiterentwickelt und sehr schöne Formen angenommen.

00:10:30: Absolut, damals war ja der große Umbauer das habe ich auch miterlebt.

00:10:33: also Sie haben es gesagt von damals viertausend Studierenden auf heute auf knapp zehn tausend.

00:10:37: wir hatten mal kurz über den Zehntausend.

00:10:40: also dass ist schon Wahnsinn dieses Wachstum mit allein zu erleben.

00:10:43: Forschung haben sie angesprochen aber auch die Hochschule ist auch deutlich international dann noch geworden.

00:10:47: auch das ist ja ein

00:10:47: Wandel

00:10:48: in den letzten Jahrzehnten gewesen

00:10:51: Das ist richtig.

00:10:52: Wir haben heute über dreitausend internationales Studierenden, einen Anteil von etwa dreißig Prozent.

00:11:00: Es ist weit überdurchschnittlich aber auch erforderlich weil wir in Deutschland einen Fachkräftemangel haben und er wird noch zunehmen wenn die Baby Boomer Generation dann in Ruhestand geht.

00:11:14: Alle Prognosen sagen voraus, dass das ein großes auch wirtschaftliches Problem für Deutschland wird.

00:11:20: Und ohne junge talentierte Menschen aus dem Ausland werden wir diesen Bedarf gar nicht mehr decken können und deswegen war es für uns auch konsequent, uns stärker international aufzustellen Englischsprachige Studiengänge anzubieten – und das hat sich wirklich ausgezahlt!

00:11:37: Gibt es Dinge, auf die Sie besonders stolz sind, die Sie erreicht haben in den achtzehn Jahren?

00:11:43: Also die Internationalisierung war mir immer schon wichtig, vielleicht auch aufgrund meiner eigenen Biografie.

00:11:48: Mein Vater ist zum Studium nach Deutschland gekommen und hat auch viele Erfahrungen gesammelt, die jetzt unsere internationalen Studierenden sammeln.

00:11:58: Aber wenn ich den vielleicht die wichtigste Entwicklung nennen müsste wäre das mit Sicherheit des eingeständigen Promotionsrechtes.

00:12:07: Wir haben ja hier in Fulda als erste Hochschule für angewandte Wissenschaften bundesweit dieses Promotionsrecht erhalten, eine kleine Revolution im deutschen Hochschulsystem.

00:12:22: Es war wirklich ein hessisches Experiment und nachdem das nach einigen Jahren auch positiv begutachtet wurde haben in Prinzip fast alle Bundesländer mit Ausnahme von Sachsen bisher auch angenommen und haben bereits oder führen jetzt das Promotionsrecht an Hochschulen für angewandte Wissenschaften, den ehemaligen Verhochschulen ein.

00:12:50: Und es war schon ein intensiver hochschulpolitischer Kampf.

00:12:57: Gab es aber auch Entscheidungen, die Sie heute vielleicht anders machen würden?

00:13:00: Anders treffen würden?

00:13:03: Also es gibt jetzt natürlich, wenn man achtzehn Jahre täglich im Prinzip Entscheidungen treffen muss solche die richtig waren und solche wo man heute auch sagen würde das hätte ich heute so nicht mehr gemacht.

00:13:16: Gott sei Dank!

00:13:17: Und ich hatte das Glück dass keine ganz große Fehlentscheidung dabei war.

00:13:21: aber wenn man nur daran denkt dass wir ja in dieser Zeit über hundertfünfzig Professuren neu berufen haben jede einzelne Entscheidung ist sehr weit Weil die Personen ja im Beamtenfeld bis ans Leben, bis zur Pensionierung dann bei uns lehren und forschen.

00:13:44: Das sind natürlich auch Entscheidungen dabei gewesen insgesamt, die nicht ideal waren.

00:13:53: Nicht bei jeder Personalentscheidung weiß man, auf was man sich da einlässt.

00:13:57: Das geht auch gar nicht anders.

00:13:59: aber ich bin ganz froh dass die ganz große Mehrzahl dieser Entscheidungen positiv und richtig war Und das macht letztendlich ja die Hochschule heute auch aus Die vielen Menschen die für uns als großes Team agieren und die Hochschool zu denen gemacht haben was sie jetzt Heute ist

00:14:15: Wie wichtig ist die HochSchule inzwischen für die Stadt Fulda?

00:14:21: Mir wird immer wieder gespiegelt, dass die Hochschulen ein ganz entscheidender Standortfaktor ist.

00:14:25: Man darf nicht vergessen, die Mehrheit unserer Studierenden kommt ja nicht aus der Region, kommt in die Region studiert hier verbringt eben auch einen wichtigen Zeitabschnitt ihres Lebens hier in Fulda und eine ganze Reihe bleibt dann hier hängen findet Partnerinnen-Partner hier in Fulda, den ersten Arbeitsplatz und viele bleiben dann auch hier in der Region.

00:14:50: Angesichts der schwierigen Situation im Bezug auf die Fachkräfte ist das natürlich die beste Akquisemöglichkeit für gut ausgebildete Fachkräften.

00:15:02: Die Stadt wird jünger.

00:15:04: Aufgrund der demografischen Entwicklung ist es ja auch ein wichtiges Argument.

00:15:09: Die Hochschule hat immerhin fast neunhundert Arbeitsplätze geschaffen hier in der Region.

00:15:15: Auch das ist ein wichtiges Argument für eine Hochschulen und ihre Bedeutung am Standort.

00:15:20: Das heißt, die Hochschul hat auch die Stadt Fulda?

00:15:23: Das Bild der Stadt fulda ein Stück weit verändert!

00:15:26: Ich glaube schon wenn man durch die Stadt läuft sieht man auf viele junge Menschen Man sieht auch junge Menschen mit internationalem Hintergrund.

00:15:33: Die Stadt ist diverser geworden.

00:15:35: Wunder ich glaube dass hat ja statt gut getan.

00:15:38: Wie hat sich denn Ihr eigener Blick auf die Stadt Fulda verändert in den dreißig Jahren?

00:15:42: Also vor dem Hintergrund, dass ich Fuldaa ja nicht so gut kannte und man mir tatsächlich auch damals leicht warnend gesagt habe.

00:15:51: Du weißt hoffentlich worauf du dich einlässt.

00:15:54: Fuldaaa ist eher konservativ ausgerichtet muss ich sagen.

00:16:00: Ich fühle mich hier pulvohl Bin hier angekommen, Fulda ist zu meiner Heimat geworden.

00:16:06: Fuldaa ist eine wunderschöne Stadt bietet aber auch eine exzellente Lebensqualität gerade für junge Familien ideal geeignet und deswegen bin ich sehr, sehr froh über die Entscheidung hierher nach Fuldaaa zu kommen und freue mich dann auf die nächsten Jahre in Fuldaaaa.

00:16:27: Ich bin der gebürtige Fuldala und kann sagen dass die Hochschule wirklich Also Fulda sehr verändert.

00:16:32: Wie sie es gesagt haben, Fuldas ist junger, diverser geworden und das hat tatsächlich auch maßgeblich mit der Hochschule Fuldar zu tun ganz sicher.

00:16:41: Sie haben gesagt, sie bleiben in Fuldaa!

00:16:42: Das ist schon mal sehr schön.

00:16:44: Warum ist denn jetzt die richtige Zeitung aufzuhören?

00:16:45: Das Alter ist natürlich ein Grund, das haben sie gerade im Vorbestell schon gesagt...

00:16:49: Also es ist eigentlich der entscheidende Grund und ich erreiche jetzt im Oktober die Altersgrenze, zu der man dann in den Ruhestand geht.

00:16:57: Ich mache noch ein Monat länger weiter weil meine Amtszeit eben bis Ende November geht und dann ist klar, da geht man in den Ruhestand.

00:17:04: also hat sich sehr gut und natürlich so ergeben.

00:17:09: Fällt

00:17:09: es schwer jetzt loszulassen?

00:17:12: Also je dichter Zeitpunkt kommt und jetzt sind es noch drei Monate.

00:17:16: Umso bewusster wird mir natürlich auch, dass sich in meinem Leben etwas gravierendes verändern wird.

00:17:22: Ich würde lügen wenn ich sagen würde das sehe alles ganz gelassen.

00:17:26: Das macht mir überhaupt keine Gedanken Man setzt sich schon damit auseinander.

00:17:33: Es ist immerhin eine sehr verantwortungsvolle Position gewesen In der man viel gestalten konnte Und natürlich auch einen gewissen Respekt erfahren hat, aber daran werde ich mich mit Sicherheit schnell gewöhnen.

00:17:47: Was werden Sie am Präsidentenamt vermissen und was?

00:17:50: Ganz sicher nicht vermissen!

00:17:52: Also tatsächlich die Möglichkeit immer wieder neue Dinge zu entwickeln, neue Ideen umzusetzen, zu gestalten... Die fand ich immer wirklich unheimlich attraktiv und das hat diesen Job und diese Arbeit auch wirklich spannend gemacht.

00:18:11: Und ich bin auch wirklich jeden Tag gerne zur Arbeit, gab ganz wenige Tage wo ich morgens meinte oh je jetzt geht's an die Hochschule!

00:18:21: Für mich ist es im Rückblick sicher der Traumjob gewesen.

00:18:27: Natürlich ist man in der Position letztendlich auch für alles verantwortlich, was an dieser Hochschule passiert.

00:18:33: Was gut läuft, was aber auch schiefläuft und diese Verantwortung ist natürlich mitunter auch eine gewisse Last jetzt mal nicht mehr verantwortliche zu sein.

00:18:43: Es ist sicher auch ein sehr befreiendes Gefühl.

00:18:46: so stelle ich mir das hier in jedem Fall vor und auf das freue ich mich dann auch.

00:18:52: Der Nachfolger steht schon fest?

00:18:53: Was möchten Sie ihm mit auf den Weg geben?

00:18:56: Also mein Nachfolger, Herr Greiker ist ja schon seit fast vier Jahren als Vizepräsident für leere Studium Digitalisierung in der Hochschulleitung Mitglied.

00:19:06: dort hat viel Erfahrung sammeln können.

00:19:09: Kennt die Hochschule bestens?

00:19:10: Kennt den Fachbereich?

00:19:12: Die Fachbereiche sehr gut!

00:19:15: Ich glaube er braucht keine Einarbeitungszeit und was er schon gar nicht braucht ist einer, der ihm dann sagt wo es jetzt lang zu gehen hat.

00:19:24: Nein.

00:19:25: Ich bin da ganz entspannt und ich freue mich, dass wir eine gute Lösung gefunden haben was die Nachfolge angeht.

00:19:31: sicher ganz in meinen auch Interesse.

00:19:36: sollte jemals da Jörg Kreiker meinen Rat brauchen dann weiß er wo er mich findet oder kann nämlich gerne ansprechen.

00:19:45: aber ansonsten bin ich guter Dinger das er seinen eigenen Weg findet und Dinge möglicherweise auch ganz anders macht.

00:19:53: Mit dem Herr Greiker stand ich übrigens auch schon auf einer Bühne.

00:19:55: Also wir waren so zusammen, beim Science-Lemm und anderen auf der Büh ne?

00:19:58: Vielleicht kommen sie auch irgendwann mal zu mir auf die Bühnen!

00:20:01: Ich glaube das ist beispielsweise eine Eigenschaft wo er eine Kompetenz deutlich mehr vorzuweisen hat als ich.

00:20:09: insofern erspare ich ihn, dass wahrscheinlich... Okay

00:20:12: dann nicht die bühne aber was kommt ansonsten für Sie?

00:20:14: Was macht denn der Herr Karim Krakzer privat wenn er jetzt endlich die Zeit

00:20:18: hat?!

00:20:18: Ja Also das Thema Hochschule wird mich nicht ganz verlassen.

00:20:22: Ich bin nach wie vor in einigen Gremien, ich bin im Vorstand des deutschen akademischen Austauschdienstes auch noch nächstes Jahr als Gutachter in verschiedenen Bundesländern unterwegs, als Berater.

00:20:33: Ich werde die Dinge tun, die mir Spaß machen – es gibt schon eine ganze Reihe von Anfragen aber darauf freue ich mich und es wird sicher nicht ganz so verantwortungsvoll Arbeitsreich und stressig, wie es jetzt im Moment in dem Abendratzpräsident ist.

00:20:50: Dann sage ich Ihnen vielen Dank, dass Sie Ihren letzten Wochen als Präsident sich noch die Zeit genommen haben für diesen Podcasts.

00:20:55: Hat mich sehr gefreut!

00:20:56: Vielen Dank dafür!

00:20:57: Gerne!

00:20:58: Jeder Gast bei Fuller Kultur den Podcast darf ja einen Song aussuchen von der Playlist auf Spotify.

00:21:02: Welchen Song haben sie sich ausgesucht?

00:21:04: Also ich wünsche mir von einer Gruppe, die ich als Jugendlicher sehr verehrt habe von Super Tram bloody well right, weil das einfach so supermelodisch ist und tolle Instrumente mitbringt.

00:21:17: Und das würde ich mir wünschen.

00:21:19: Gerne!

00:21:19: Kommt auf die Playliste?

00:21:21: Damit sind wir am Ende angekommen.

00:21:22: Ich bin raus für heute.

00:21:23: Die Abschlussworte gehören Ihnen.

00:21:24: Sie diffen sich bei den Ölrennungen verabschieden.

00:21:27: Ja, erst mal herzlichen Dank für die Möglichkeit sich selber vorzuschnellen.

00:21:30: Wenn ich noch etwas am Schluss noch anmerken darf – Ich habe ja jetzt wirklich das Privileg gehabt über dreißig Jahre im Bildungsbereich also mit jungen Menschen und mit Akteuren aus der Region hier und international zusammenzuarbeiten.

00:21:44: Und mir wird immer bewusster nicht zuletzt auch aufgrund eines Besuchs in den USA und unseren Partnerhochschulen in Wisconsin Wie wichtig doch Freiheit und Forschung und Lehre unser Bildungssystem ist, und das fußt eben auf unserem demokratischen System.

00:22:00: Und ich weiß dass es im Moment gerade besonders wichtig ist, dass wir uns einsetzen und kämpfen für diese Demokratie, für die Werte, für den wir stehen.

00:22:09: in USA unter der Trump-Administration sieht man was passieren kann wenn die Freiheit nicht existiert mittelgekürzt werden Und ich weiß auch, dass wir hier rechtspopulistische Rechtsextreme Entwicklungen haben.

00:22:26: Ich wünsche mir das uns erspart bleibt was die amerikanischen Kolleginnen und Kollegen an den Hochschulen und Studierenden erfahren.

00:22:33: Es lohnt sich dafür zu kämpfen!

Über diesen Podcast

Im Podcast Fulda Kultur empfängt Moderator Shaggy Schwarz wöchentlich spannende Gäste aus der regionalen und überregionalen Kulturszene: Künstler, Kulturschaffende und Kulturinteressierte teilen ihre Geschichten, Projekte und Einblicke. Ob auf der Bühne oder hinter den Kulissen - die bunte Vielfalt der Kulturwelt wird hier lebendig.

Präsentiert vom Kulturzentrum Kreuz e.V. mit freundlicher Unterstützung der Stadt Fulda, bringt der Podcast die Kultur direkt zu den Bürgerinnen und Bürgern nach Hause. Shaggy, ein festes Gesicht der Fuldaer Kulturszene, ist nicht nur als Künstler aktiv, sondern gestaltet mit dem KUZ Kreuz e.V., dem Kulturamt und seiner eigenen Impro-Theater-Schule das Kulturprogramm der Stadt maßgeblich mit. Taucht ein in die kreative Welt Fuldas und erlebt die Kultur hautnah - egal, wo ihr seid!

von und mit Fulda Kultur / Shaggy Schwarz

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